Die Ungewissheit des Lebens
Manchmal nimmt das Leben eine unerwartete Wendung und zwingt uns, Kraft an Orten zu finden, die wir uns nie vorstellen konnten. In dieser Geschichte erzählt unser Projektmanager Franck Zhang von seinen Erfahrungen, als er nach Finnland zog. In den ersten Jahren lief alles gut, doch der Wendepunkt kam, als er mit einer der größten Herausforderungen in seiner Karriere konfrontiert wurde – als Microsoft/Nokia den Wettbewerb gegen Apple verlor und die Telefonsparte einstellte, wurde er entlassen.
Dies ist eine Geschichte, die viele Einwanderer in Finnland gut nachempfinden können. Es ist nicht leicht, sich in einem fremden Land zurechtzufinden, wenn man weder die Landessprache spricht noch über ein starkes Netzwerk verfügt. Aber Herausforderungen können uns wachsen lassen, wenn man sie annimmt und sich ihnen stellt, nicht wahr?

Franck besuchte die Heimatstadt des Weihnachtsmannes (Joulupukki)
Franck`s beruflicher Werdegang
Franck stammt ursprünglich aus Chongqing, welches auch als Heimatstadt des Feuertopfs (eine bekannte regionale Mahlzeit) bekannt ist. Seine Reise begann mit einer soliden akademischen Ausbildung. Nach seinem Universitätsabschluss kam er zu Nokia, dem finnischen Telekommuni-kationsriesen, wo er Mitarbeiter eines Forschungs- und Entwicklungsteams wurde. Seine Aufgabe konzentrierte sich in erster Linie auf die Entwicklung von Produktionstests und die Integration von Produktprogrammen am Nokia Forschungs- und Entwicklungsstandort in Peking, um einen reibungslosen Betrieb der Produkte in den Fabriken weltweit zu gewährleisten. Im Laufe der Zeit übernahm er mehr Verantwortung und leitete die Entwicklung von Produktionstestsystemen und deren weltweiten Einsatz.
Mit seinem zunehmenden fachlichen Wissen wechselte Franck in die Projektleitung und wurde schließlich Projektmanager. Als er jedoch tiefer in das Projektmanagement eintauchte, erkannte er, dass technisches Fachwissen allein nicht ausreichte. Ein solides Verständnis der Geschäftsprinzipien war ebenso wichtig. Diese Erkenntnis veranlasste ihn zu einem MBA-Studium an der Universität Peking, bei dem er nicht nur ein tieferes Verständnis für kaufmännische Logik und Entscheidungs-findungsprozessen erwarb, sondern auch seine PM-Fähigkeiten im Bereich des Lieferketten-managements erweiterte. Er lernte, dass die zentrale Aufgabe des Projektmanagements in der Fähigkeit liegt, die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen, und zwar aunter Einbeziehung klarer Prinzipien und gemeinsamen Bewertungsstandards. Sein MBA-Studium stattete ihn mit dem kaufmännischen Scharfsinn aus, den er für die Projektleitung benötigte, und machte ihn in seiner Rolle selbstbewusster und effektiver.
Herausforderungen in Stärken verwandeln
Obwohl er über einen soliden beruflichen Hintergrund verfügte, erlebte Franck einen unerwarteten Wendepunktin seinem Leben, als er entlassen wurde. Die Ungewissheit der Arbeitssuche brachte Stress und Frustration mit sich – doch anstatt sich davon bestimmen zu lassen, wandte er sich etwas Einfachem, aber Transformativem zu: dem Laufen.
Anfangs war das Laufen für ihn nur eine Möglichkeit, den Kopf frei zu bekommen und aktiv zu bleiben. Doch mit der Anzahl der gelaufenen Kilometerstrecken wuchs auch sein Sinn für das Ziel. Er begann mit längeren Strecken – 5 Kilometer – und steigerte sich dann allmählich auf 7, 9, 12 und schließlich 15 Kilometerstrecken. Jede neue Distanz wurde zu einem persönlichen Meilenstein, der in ihm die Frage aufkommen ließ: Könnte er einen Halbmarathon schaffen?
Im Jahr 2017 hat Franck genau das getan – er lief sein erstes 21-Kilometer-Wettrennen mit einem beeindruckenden Ergebnis. Motiviert von diesem Erfolg, setzte er sich ein noch größeres Ziel: einen vollen Marathonlauf. Er erstellte einen Trainingsplan, musste aber bald feststellen, dass Entschlossenheit alleine nicht ausreicht um erfolgreich zu sein. Im Überschwang der Gefühle hielt er sich nicht mehr so strikt an den Plan, wie er es hätte tun sollen. Ergebnis: während des ersten Marathons schlug der Schmerz an der 28-Kilometer-Marke hart zu. Sein linkes Knie machte schlapp, und einen Moment lang dachte er ans aufgeben.
Er rief seine Frau an und wollte aufgeben, aber sie erinnerte ihn daran, warum er angefangen hatte, und ermutigte ihn, weiterzumachen. Motiviert durch ihre aufbauenden Worte, kämpfte sich Franck durch den Schmerz und überquerte erfolgreich die Ziellinie. In diesem Moment ging es nicht nur darum, ein Rennen bis zum Ende zu laufen, sondern es war für Franck auch eine eindrucksvolle Lektion in Sachen Ausdauer, Planung und Vollendung dessen, was man anfängt. Er sagt: „Perfektion ist ohne Vollendung unmöglich. Man kann nur das verbessern, was man auch beendet.
Seitdem ist der Laufsport ein wichtiger Bestandteil seines Lebens geblieben. Es geht nicht nur um Fitness – es ist die Denkweise. Er läuft regelmäßig, nicht nur, um aktiv zu bleiben, sondern auch, um seinem Kind ein Vorbild zu geben: dass Ausdauer, Geduld und Fortschritt die wahren Schlüssel zum Erfolg sind. In Finnland spricht man oft von „sisu“ – ein unübersetzbares Wort, das für Zähigkeit, Entschlossenheit und innere Stärke steht. Für Franck ist „sisu“ eine treibende Kraft, vor allem in seiner Rolle in einem schnell wachsenden Unternehmen, in dem Belastbarkeit keine Option ist – sie ist unerlässlich.

Franck beim Stockholm Marathon 2024
Jeder weitere Marathonlauf wurde zu einer Metapher für seinen weiteren beruflichen Werdegang. Manche Tage verliefen reibungslos, andere waren voller Hürden. Aber Schritt für Schritt baute er die Stärke auf – mental und körperlich – um sowohl die beruflichen als auch die größeren Herausforder-ungen des Lebens zu meistern.
Heute, als geschätztes Mitglied des SpinDrive-Teams, bringt Franck dieselbe Denkweise mit zur Arbeit. Seine Geschichte erinnert uns daran, dass Rückschläge auch neue Türen öffnen können – und dass manchmal der beste Weg nach vorn darin besteht, einfach weiterzulaufen.
Wie man seine Freizeit optimal nutzen kann
„Abgesehen vom Laufen verbringe ich meine Freizeit am liebsten damit, einfach still zu sein und die Ruhe zu genießen. Ich bin niemand, der sich besonders zu geselligem Beisammensein oder der Teilnahme an großen Veranstaltungen hingezogen fühlt. Stattdessen finde ich Frieden und Erfüllung in der Einsamkeit, in der ich mir Zeit zum Nachdenken und Auftanken nehme. Ob ich nun ein wenig meditiere, lese oder einfach nur meine Gedanken schweifen lasse, diese Momente der Stille geben mir den Raum, mich zu entspannen und neu zu starten.
„Zeit mit meiner Familie zu verbringen, hat natürlich auch höchste Priorität. Für sie da zu sein und gemeinsam bedeutungsvolle Momente zu schaffen, ist für mich sehr wichtig. Als Elternteil nutze ich oft alltägliche Erfahrungen als Chance für meinen Sohn. Ich versuche, ein gutes Vorbild für ihn zu sein. Ich achte zum Beispiel darauf, dass ich meine Laufroutine beibehalte – egal, ob es regnet oder die Sonne scheint, ich gehe laufen. Diese Beständigkeit ist etwas, von dem ich möchte, dass er versteht, dass Ausdauer und Disziplin nicht nur Worte sind, sondern Handlungen, die uns prägen. Indem ich dieses Engagement in meinem eigenen Leben vorlebe, hoffe ich, ihm die Werte von harter Arbeit, Hingabe und der Wichtigkeit des Durchhaltens zu vermitteln“, erklärte Franck langsam.
„Letztendlich glaube ich, dass diese kleinen täglichen Gewohnheiten und Lektionen dazu beitragen, die Art von Mensch zu formen, die er werden wird. Ich glaube, es wird ihn in gewisser Weise beeinflussen, immer sein Bestes zu geben, konzentriert zu bleiben und weiterzumachen, egal welche Herausforderungen sich auch stellen“, so Franck weiter.

Franck genießt die Zeit mit seiner Familie
Was hat Franck zu SpinDrive geführt
„Während meiner Jobsuche hatte ich eine klare Vorstellung von der Art des Unternehmens, in dem ich arbeiten wollte. Nach mehr als zehn Jahren in großen Unternehmen war ich bereit für etwas anderes – etwas Kleineres, Dynamischeres und mit großem Wachstumspotenzial. Mit meinem technischen Hintergrund und meiner Erfahrung wusste ich, dass ein Unternehmen nur dann wettbewerbsfähig bleiben kann, wenn es über eine wirklich solide technologische Grundlage verfügt – etwas, das nicht einfach kopiert oder ersetzt werden kann.
Als ich die Stellenausschreibung von SpinDrive für einen Projektmanager auf LinkedIn sah, beschloss ich, mir das Unternehmen näher anzusehen. Obwohl es sich um ein kleines Team handelte, war ich von der Technologie aktiver Magnetlager beeindruckt. Also reichte ich schnell meine Bewerbung ein.
Natürlich hatte ich mich auch bei anderen Unternehmen beworben, aber im Laufe des Bwerbungsverfahren wurde klar, dass SpinDrive wirklich an meinen beruflichen Erfahrungen und Fähigkeiten interessiert war. Dieses gegenseitige Interesse und die Übereinstimmung in wichtigen Punkten führten dazu, dass ich dem Team beitrat.
Ich habe immer geglaubt, dass die Jobsuche eine Reise sowohl für den Stellensuchenden als auch das suchende Unternehmen ist. Wenn beide Seiten in den wesentlichen Aufgaben und Themen übereinstimmen, ist dies die beste Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit und Erfolg“, sagt Franck.

In den Pausen entspannt sich Franck mit Tischtennisspielen
Das Beste an der Arbeit bei SpinDrive ist
„Was ich an der Arbeit bei SpinDrive am meisten schätze, sind die Menschen. Wir haben ein unglaubliches Team, das sich aus Menschen zusammensetzt, die nicht nur kompetent und leidenschaftlich bei der Arbeit sind, sondern sich auch gegenseitig unterstützen. Jeder bringt seine eigene Herangehensweise und Persönlichkeit mit ein, aber wir sind alle durch ein gemeinsames Ziel und eine gemeinsame Vision für das, was wir erreichen wollen, verbunden. Dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit ist trotz unserer unterschiedlichen Hintergründe und Arbeitsstile etwas ganz Besonderes.
Ein weiterer Punkt, der wirklich hervorsticht, ist die Vertrauenskultur. Hier bei SpinDrive muss man sich keine Gedanken über Mikromanagement machen. Unsere Führungskräfte geben klare Anweisungen und setzen Erwartungen, aber dann treten sie in den Hintrergrund und erlauben uns, die volle Verantwortung für unsere Arbeit zu übernehmen. Dieses Vertrauen schafft einen Raum, in dem man sich ermächtigt fühlt, Entscheidungen zu treffen, Ideen zu entwickeln und sich selbst weiterzuentwickeln. Das ist ein erfrischender Ansatz, den ich sehr zu schätzen gelernt habe.
Dieses von Respekt und Autonomie geprägte Umfeld macht einen echten Unterschied. Ich habe das Gefühl, dass man mir zuhört, dass ich geschätzt werde und dass man mir als Professional vertraut. Es gibt ein starkes Gefühl dafür, dass der Beitrag jedes Einzelnen wichtig ist, und das macht es zu etwas, auf das man sich jeden Tag freut, wenn man zur Arbeit kommt. Teil eines Teams zu sein, das Verant-wortung teilt, sich gegenseitig unterstützt und gemeinsam Fortschritte feiert, macht SpinDrive nicht nur zu einem Arbeitsplatz, sondern auch zu einem Ort, an dem sich Menschen wohl fühlen“, so Franck abschließend.

Author: Meifang Xu
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